tiger




Wer bist du? Woher kommst du? Was machst du so? Wie hast du hier her gefunden?

tiger

Beitragvon tiger » Dienstag 13. Oktober 2009, 01:17

ich bin fast 30, lebe in berlin, habe nen abschluß in soziologie, mache musik und schreibe, lebe vegan und straight edge und engagiere mich in radikal linker politik und versuche noch immer meinen platz in dieser welt und meinen weg durch dieses leben zu finden.

was den dharma angeht, so sehe ich die wahrheit in buddhas grundlegenden einsichten, aber ich sehe auch die verfälschungen und verblendungen, die - meist völlig unbeabsichtigt - mit jedem versuch einhergingen, seine ideen in eine religion zu pressen. ich lehne deshalb jede form des buddhismus für mich selbst ab (wobei ich zen am meisten abgewinnen kann). marx sagte einmal, er sei kein marxist. ich denke, ebensowenig war buddha buddhist. und aus genau diesem grunde bin ich (zumindest nach gängigen definitionen) auch keiner. mythen und riten können schön sein und gemeinschaftliche erlebnisse stiften, aber den weg zur erleuchtung müssen wir alle selbst, alleine und auf unserem jeweils eigenen, ganz persönlichen weg gehen. all der götterglaube, all die legenden, all die spekulationen über das jenseits, die im nachhinein an die lehren buddhas angefügt und über sie oben drüber gestülpt wurden, sind in meinen augen nichts als blendwerk oder metaphorik. vielleicht interessant, aber nicht relevant. ich zitiere mal den apostel rufus in "dogma": "humanity took a good idea and, like always, built a belief structure on it. i think it's better to have ideas. you can change an idea. changing a belief is trickier. life should malleable and progressive; working from idea to idea permits that. beliefs anchor you to certain points and limit growth; new ideas can't generate. life becomes stagnant."

ich war schon mal gläubiger christ. den fehler, irgendetwas zu glauben, nur weil es in einem buch steht oder weil jemand sympathsiches es behauptet, mache ich nie wieder... für gute ideen, die mich weiterbringen, bin ich jedoch immer gerne zu haben und buddha hatte da ja so einige :)
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von Anzeige » Dienstag 13. Oktober 2009, 01:17

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Re: tiger

Beitragvon SxEric » Dienstag 13. Oktober 2009, 08:50

hallo tiger.. welcome on board :)

deine beiträge sind mir auf jedenfall schonmal sehr sympathisch eusa_clap

edit:

könntest du mal n bisschen mehr über dein christsein erzählen? warst du in irgendner gemeinschaft und warum bist du es nicht mehr?
ich hab mit dem christentum auch so meine erfahrungen gemacht, die zum glück nicht alle negativ waren..
Im Anfänger - Geist gibt es viele Möglichkeiten, im Geist des Experten nur wenige.
- Shunryu Suzuki
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Re: tiger

Beitragvon tiger » Dienstag 13. Oktober 2009, 13:20

claro. meine eltern und großeltern und überhaupt alle in meiner familie sind nicht sonderlich bis absolut gar nicht gläubig. trotzdem wurde ich getauft und konfirmiert. gehört halt irgendwie dazu, da wo ich aufgewachsen bin. nach der konfirmation bin ich dann durch freund_innen und den eine-welt-laden in so eine jugendgruppe in unserer lokalen evangelisch-lutherischen gemeinde reingerutscht. war auch cool und der pastor ein netter und interessanter mensch. irgendwie bin ich dann auch dazu gekommen kinder- und jugendarbeit in der gemeinde zu machen (kinderbibelwoche, konfirmandenfreizeiten, pfadfinderlager etc.) und finde das auch bis heute gut so. in taizé war ich auch dreimal und ich wurde auch von frère roger persönlich gesegnet :) eigentlich habe ich an der zeit überhaupt nichts bis sehr wenig auszusetzen. aber irgendwann haben die zweifel halt überhand genommen. wenn mensch die bibel kritisch liest, dann gibt es da viele stellen, die einfach entweder supermehrdeutig sind oder ganz einfach nicht sonderlich fortschrittlich. er waren vor allem die ominösen "sünden wider den heiligen geist", die gott im gegensatz zu anderen sünden niemals vergeben würde, die mir niemand erklären konnte. niemand konnte mir sagen, was genau das heißen soll, was diese sünden sind. damit war die saat des zweifels gesät, und mit der zeit wurde mir klar, dass eigentlich von anfang an meine interpretation des christlichen glaubens nur sehr, sehr wenig mit dem zu tun hat, was wir christentum nennen. ein gott, der nicht alles vergibt, ist kein gott an den ich glauben kann, und ein gott, der angebetet werden will, ist ein egozentrisches arschloch! dass im namen des christlichen gottes auch noch nahezu unendlich viel schindluder getrieben wird (die cdu z.b. ;) ) kommt erschwerend hinzu. für mich lässt sich die bibel auf genau einen satz zusammenkürzen: "liebe deine_n nächste_n wie dich selbst!" alles andere ist mythos und märchen oder lügen, auf denen kirchen ihre macht aufbauen. für diese einfach weisheit aber brauche ich keinen gott und keine kirche. dafür brauche ich nur mich und harte arbeit an mir selbst!

...naja, ein paar freund_innen und platten mit guter musik können da auch nicht schaden ;)
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Re: tiger

Beitragvon BrunX AnGyo » Sonntag 8. November 2009, 12:37

salut, tiger!
stay true, stay rebel, stay in peace! ;-)
sei herzlichst gegrüßt!
glück und zufriedenheit!
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