Donnerstag 30. Juli 2009, 21:06
hey flo!
seeeehr schönes thema!
schüler lehrer beziehung ist auch etwas, was mich viel beschäftigt hat und noch beschäftigt.
wo fang ich da am besten an..
also, ich komme politische auch aus einer antiautoritären ecke.. ganz klar und früher auch gern mal radikal dabei...
jedoch hab ich schon früh unterschieden, in bezug auf "autoritäten" ...
so habe ich leere amtsautorität, staatsautorität, etc.. immer alskonsequent fragwürdig angesehen und sehe das auch heute noch so..
auf spiritueller ebene war es aber etwas anders..
ich hab früher sehr straightes, traditionelles karate-do geübt. beim training hab ich meinem sensei völlig vertraut und ihn anleiten und sogar "führen lassen" .. ich war zeitweise "meisterschüler" und somit in einer lehrer-schüler beziehung, wie sie in traditionellen kampfkünten mit, mit z.b. zenbackround üblich sind...
ich hatte jedoch zu jeder zeit die wahl.. keine gehinrwäsche, kein bedingungsloser gehorsam (es sei denn ich habe mich für einen zeitraum. sprich einer trainingseinheit, dazu freiwillig entschieden fucking gehorsam zu sein;-), keine abhängigkeiten! ich wusste auf was ich mich einließ und habe dadurch viel gelernt (.. und meine sprungelenke und knie verschlissen) mein sensei hat mich dann auch gehen lassen, ohne streit, etc..
ich denke, wenn wir bei jedem training erst die vorschläge unseres trainers ausdiskutiert hätten und dann über das weitere üben abgestimmt hätten, hätte das nicht funktioniert...
aber tatsächlich... mein sensei hatte anhung von tradition, und den inneren wichtigkeiten des übungsweges.. auf dem neusten stand der sportwissenschaften war er jedoch nicht.... aber solch risiken geht mensch halt ein.. und wenn du drogen als lehrmeister beansprucht hast, weißt du wovon ich rede

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allgemein denke ich das der weg zur befreiung mit einer sangha und einem (passenden!!) lehrer eher zu finden ist, als alleine..
natürlich ist jede interaktion mit deiner in- und umwelt auch dein direkter guru, aber ich denke das ein lehrer schon manchmal konkreter und situativ bestimmter hilfestellung geben kann..
prüfen muss mensch diese menschen, die da von sich behaupten lehrer zu sein! und dann müssen sie noch zu einem passen.. und das ist das schwierige, glaub ich.. weil wir ja noch so oft in egozentrischen illusionen verstrickt sind, ist es nicht immer so leicht zu verstehen, wer, oder was zu einem passt... ich selber prüfe das schon sehr lange..
in der tradiition, in der ich soto-zen praktiziere gibt es verschiedenen stufen des "einstiegs sich ganz auf die sache einzulassen" ..vor einem jahr hab ich initiiert. das heißt, das ich mich auf bestimmte buddhistische richtlinien eingelassen hab, mit dem festen vorsatz, mich an ihnen zu orientieren und sie als stütze meins spirituellen alltags anzunehmen... es gibt keine sünde im buddhismus wie ich ihn kennengelernt habe.. es gibt nur "ursache und wirkung", sprich "karma" .. nichts und niemand wird mich also für nichteinhalten der richtlinien "bestrafen"
... wenn ich drogen nehme werden sich dementsprechende (aus)wirkungen einstellen.., wenn ich sexuell unklar bin, manipuliere, ausbeute, missbrauche, verletze, töte etc... wird das (aus)wirkungen haben... kein guru oder lehrer muss mir das erzählen.. ich werde das am eigenen leib selber erfahren....
nun praktizier ich in der tradition von claude anshin thomas... ich bin sogar mitlerweile soweit, das ich ihn "meistens" als meinen lehrer ansehen würde.. sein "offizieller" schüler bin aber noch nicht... genau wegen diesem "meistens"

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trotzdem erlebe ich ihn als authentisch und absolut vertrauenswürdig und wenn ich irgendwann soweit bin, würde das wohl mein lehrer sein, wenn wir beide das dann denn wollen ...
brüche mit lehrern können sicherlich auch von großen nutzen sein auf dem weg.. in vielen biographien von menschen die jetzt selber dharmalerhrer sind, wirst du solche ereignisse finden... lehrer sind dann auch nur fahrzeuge, die einen ein stück weiterbringen.. und wenn du vom wasserweg, auf den landweg wechselst, wirst du auch nicht die ganze zeit das boot mit dir rumschleppen, auch wenn es dir mal gute dienste geleistet hat

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absolute freiheit halte ich für eine nette idee. das was aber dahinter stecken könnte.. kann mensch jedoch nur erfahren, wenn mensch die idee davon loslässt..
ich weiß jetzt gar nicht ob ich jetzt hier was klares zu dem thema beigetragen hab, aber schauen und reagieren wir mal...

im moment bekomm ich nichts klareres getippt..
glück und freiheit!