atman vs. anatman




Spirituelles ausserhalb des Buddhismus

atman vs. anatman

Beitragvon BrunX AnGyo » Samstag 27. Juni 2009, 16:00

gibt es ein unbedingtes selbst? oder gibt es keins? gibt es eine antwort darauf? macht es sinn, darüber nachzudenken?
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Re: atman vs. anatman

Beitragvon SxEric » Freitag 9. Oktober 2009, 14:56

tja.. das ist ein großes koan (:
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Re: atman vs. anatman

Beitragvon BrunX AnGyo » Samstag 10. Oktober 2009, 08:18

jo. aber auch z.b. ein wesentlicher unterschied (auf der relativen ebene) zwischen hinduistischer und buddhistischer philosophie.
so wie ich es verstanden hab, gehen die meisten hinduistischen schulen davon aus, das es ein unveränderliches, unsterbliches wenn auch universelles, ewiges selbst, (in uns) gibt.. vergleichbar der seelenvorstellung in unseren breiten. atman.

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Unsterblichkeit der Seele
Der Mensch ist nicht dieser Körper. Der Mensch ist nicht die Sinne, ja nicht einmal sein Geist. Das sind seine Upadhis, seine Vehikel. Körper und Geist unterliegen Veränderungen, Verfall und Tod; wohingegen der wahre Mensch, das unsterbliche Selbst, Atman, immer ist, niemals endet, ewig, ungeboren, vollkommen und uralt ist.
Man besitzt einen Körper, aber man ist nicht der Körper. Man hat einen Geist, aber man ist nicht der Geist. Körper und Geist sind Werkzeuge, wie die Werkzeuge eines Tischlers. Dieser Körper ist ein Instrument, ein Diener der Seele und nicht ihr Gefängnis.
Wisse, daß der Körper der Tempel des strahlenden Geistes ist, der selbstleuchtende Atman, die Seele im Inneren, die alle Fähigkeiten des Geistes und des Körpers kontrolliert und bewegt. Wisse, daß Du den Atem das Geistes atmest, nicht physischen Atem.
Der Tod beendet nicht alles. Der Tod bedeutet nicht vollständiges Verlöschen. Der Tod beendet nicht die ständige Abfolge. Das Handelnde, die Seele im Körper, kann und wird nicht mit dem Körper sterben. Die Seele des Menschen ist unsterblich. So wie ein Mensch einen Mantel ablegt, legt er beim physischen Tod auch den Körper ab.
Aus: "Göttliche Erkenntniss", von Swami Sivananda

in der buddhistsichen philosophie spricht mensch jedoch von anatman. und nimmt an, das es sowas wie ein unveränderliches selbst nicht gibt, sondern das auch die "seele" dem selben wandel und der selben veränderung unterworfen ist, wie alle anderen erscheinungen. auch diese "seele" ist nur ein vorrüberghendes zusammenspiel von verschiedenen bedingungen. http://de.wikipedia.org/wiki/Anatta
nicht das es was zu bedeuten hätte, aber ich neige doch sehr stark zur buddh. sichtweise ;-) ...
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Re: atman vs. anatman

Beitragvon SxEric » Montag 4. Januar 2010, 13:36

ich hab mir in letzter zeit, inspiriert von dem buch "mythos zen" so ein paar gedanken zum thema gemacht..
vorher hab ich das ganze immer als nicht so wichtig abgetan, aber inzwischen ist mir bewusst das dieses thema schon konkrete auswirkungen auf die (so genannte) "spirituelle praxis" hat..

wenn ich davon ausgehe, dass der mensch eine seele hat und auch andere wesen beseelt sind.. das macht es auch sinn an eine erleuchtung, etwas göttliches, eine weltenseele oder sogar gott zu glauben, mit dem ich mich dann verbinden und "mit allem eins" werden kann.

gehe ich aber davon aus das der mensch keine feste seele hat (und davon gehe ich aus) und substanzlos, leer und dem wandel der zeit unterworfen ist.. dann können zustände der versenkung wie zazen (ich rede jetzt nur von zazen, weil ich andere meditationstechniken nicht kenne) nur in die eigene psyche, die eigenen gefühle, usw führen und wir uns dessen bewusst werden.. eine erleuchtung, ein einheitsgefühl usw, sind dann nichts anderes als subjektiv erfahrbare psychische zustände.. aber auch nicht mehr und nicht weniger.. keine erleuchtung, keine besondere erkenntnis, kein verschmelzen mit allem.. oder wie boddhidharma sagte: "Leere Weite, nichts von heilig".. hier gibt es also wörtlich wirklich "nichts" zu finden.. zazen (oder andere methoden) sind dann nichts anderes als selbstherapie.. (und das ist ja schomal ne ganze menge)
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