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Re: dalai lama und demokratie

Sonntag 8. November 2009, 12:34

das ist doch mal ne interessante sicht der dinge!

tiger hat geschrieben:im tibetischen buddhismus wird davon ausgegangen, dass sich die zeitspanne zwischen tod und wiedergeburt ebenso wie der ort, wo diese zeit verbracht wird, lax gesprochen vom "karmakonto" abhängt. das ist im grunde nicht viel was anderes als die drohung mit fegefeuer und hölle in mittelalterlichen katholizismus.

dir "droht" heute damit wahrscheinlich niemand damit. du wärest dafür ja auch nicht anfällig. immerhin kannst du lesen und schreiben und hast eine schulbildung genossen. etwas 90-95% der tibeter_innen (bei den frauen liegt die quote noch höher!) hatten diese "privilegien" nicht. sie wurden von den herschenden eliten (klöster und landadel) dumm gehalten, damit sie sich nicht gegen die himmelschreiende strukturelle ungerechtigkeit des tibetischen systems vor 1950 auflehnen. wenn mindestens 90% der bevölkerung in bitterer armut leben und keine bildung haben, während es der verbleibenden minderheit gut geht (sie teilweise sogar scheissreich sind [check mal aus, wieviel gold und silber 1950 und in der folge aus tibet nach indien mitgenommen wurde von fliehenden mönchen und adligen]) und sie das monopol auf bildung haben, dann ist es kein wunder, dass die mehrheit der einfachen bevölkerung die chinesischen invasor_innen als befreier_innen ansahen und sich ihnen zu zehntausenden begeistert angeschlossen haben. der dalai lama hat übrigens keinerlei legitimation für alle tibeter_innen zu sprechen. er wurde niemals gewählt. er ist einfach nur der anführer der gelbmützensekte, die über jahrhunderte hinweg das gesamte land tyrannisch beherscht und ausgebeutet hat. mag sein, dass der gegenwärtige dalai lama ein wirklich netter mensch ist, aber er repräsentiert trotz allem ein mittelalterlich-feudales unrechtssystem, dass tausend mal schlimmer ist bzw. war als alles, was die chines_innen in tibet getan haben oder auch noch tun werden (z.b. so schlimme sachen wie schulen bauen, die tibetische sprache standardisieren und zu einer der fünf offiziellen sprachen chinas machen, krankenhäuser bauen, die lebenserwartung verdoppeln und die säuglinggssterblichkeit auf ein minimum reduzieren, menschen aus der feudalknechtschaft befreien, die unmenschliche ordinierung von kleinen kindern verbieten, frauen rechtlich gleichstellen, homosexualität "legalisiert", religionsfreiheit ermöglicht etc. pp.). abgesehen von den sicherlich beklagenswerten todesopfern des krieges und von aufständen (d.h. meistens pogromartige ausschreitungen von rassistisch und nationalistisch-chauvinistisch motivierten ethnischen tibeter_innen) hat die besatzung durch die vr china wirklich absolut nur vorteile für die absolute mehrheit der bevölkerung gebracht. grund zur beschwerde haben einzig jene adligen und mönche, die zuvor vom unrechtsregime profitiert hatten.

free tibet?? - ich scheiss auf nationalismus!

Sonntag 8. November 2009, 12:34

Re: dalai lama und demokratie

Sonntag 8. November 2009, 23:35

was sind deine quellen?

Re: dalai lama und demokratie

Samstag 21. November 2009, 06:29

sorry... lange nicht hier.

die 16 höllen finden sich im tibetischen totenbuch, aber um ehrlich zu sein, das meiste an fakten habe ich von colin goldner. vieles ist aber auch einfach allgemeinbildung, würde ich mal sagen...

Re: dalai lama und demokratie

Samstag 2. Januar 2010, 20:10

zum thema passend:

http://www.gottkoenig.de/

zitat:
Wie Harrers Bestseller (und die Verfilmung davon) sind die meisten der nachfolgenden (das heißt: nach 1952 erschienenen) Publikationen über das „alte Tibet“ von keinerlei Reflexion oder gar Kritik der Feudalverhältnisse angeflogen. Einspruch gegen die durchwegs apologetische Darstellung des lamaistischen Gottesstaates wird zurückgewiesen als „Beleidigung des tibetischen Volkes“ und/oder als „kommunistisch gesteuerte Propaganda“. Die Mehrzahl der frühen Tibetreisenden jedoch – selbst wenn es sich um ausgesprochene Bewunderer der tibetischen Kultur handelte – zeichnet ein ganz anderes Bild der Lebensverhältnisse unter den Lamas: „Diktatorische Entscheidungen, Beamtenwillkür, Gehirnwäsche und paranoider Dämonenglaube, spirituelle Kontrolle und kriecherische Servilität, bitterste Armut und orientalischer Reichtum, Sklaverei, Leibeigenschaft, Hunger, Krankheiten, Mangel an jeglicher Hygiene, Trunksucht, grausame Strafen, Folter, politischer und privater Mord, Angst und Gewalt, Diebstahl, Räuberei und gegenseitiges Mißtrauen“, so die Berichte von Missionaren, Forschern und Entdeckungsreisenden (in heutige Sprache übersetzt), durchherrschten den Alltag der Menschen in Tibet.

interessant ist auch die auseinandersetzung mit zen und faschismus in japan.. und der ursprung der hirachie in zenklöstern
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