ärger und frustration




spirituelle Praxis im Alltag

ärger und frustration

Beitragvon SxEric » Samstag 14. Februar 2009, 20:17

man sitzt da.. kann sich immer weniger konzentrieren und dann diese doofen, teilweise sinnlosen gedanken.. mist der sich im kopfabspielt.. und es wird immer schwerer sich zu konzentieren..

was tut ihr in solchen momenten? wenn ihr das gefühl habt: der ganze mist bringt mir ja doch nix, ich sitz hier nur sinnlos meine zeit ab.. und der ärger aufsteigt?
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Re: ärger und frustration

Beitragvon BrunX AnGyo » Sonntag 15. Februar 2009, 00:09

SxEric hat geschrieben:man sitzt da.. kann sich immer weniger konzentrieren und dann diese doofen, teilweise sinnlosen gedanken.. mist der sich im kopfabspielt.. und es wird immer schwerer sich zu konzentieren..

was tut ihr in solchen momenten? wenn ihr das gefühl habt: der ganze mist bringt mir ja doch nix, ich sitz hier nur sinnlos meine zeit ab.. und der ärger aufsteigt?


..mir hilft es z.b., wenn ich mich in "nichtbewerten" übe... je mehr ich mich gegen die gedanken auflehne und sie als doof, unbrauchbar, jetzt-nicht-da-sein-dürfend, etc bewerte umso mehr verliere ich mich in den gedanken über die gedanken....
immer wieder zum atem zurückfinden.. dabei können verschiedene zählmethoden helfen.. z.b. bis 10 zählen: einatmen-ausatmen 1, ein-aus 2, usw.. bei 10 angelangt rückwärts zählen... merke ich, dasich nicht mehr zäle, oder schon bei 25 angekommen bin fang ich wieder bei 1 an..... die idee des "nichtdenkens" aufgeben!
ansosnten alle gedanken und emotionen die beim sitzen aufkommen sich anschauen und wieder ziehen lassen... nur nicht gegen sie ankämpfen! aber auch nicht mehr aus ihnen machen als was sie eh nicht sind ;-) ....
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Re: ärger und frustration

Beitragvon SxEric » Sonntag 15. Februar 2009, 00:18

stimmt.. das mit dem nicht bewerten ist auf jedenfall n sehr guter tipp, den ich morgen gleich beherzigen werde (bzw. wann auch immer ich das nächste mal aufwache :D )
könnte frustration, die beim sitzen aufsteigt, vielleicht verdrängte wut sein? ich mein, man lässt ja diese innere kontrolle immer mehr los.. und ich stelle fest das dabei immer wieder frustration und teilweise wut auf mich selbst aufsteigt..
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Re: ärger und frustration

Beitragvon sonja » Sonntag 15. Februar 2009, 00:38

oh, da hab ich letztens im retreat wunderbares zu gelernt!

erstmal hat rinpoche vorgeschlagen, die ablenkungen / gedanken zu zählen. dass heißt SIE zum objekt der meditation zu machen. ich sag dir: das ist der hammer. damit werden sie so nützlich!
und dann kannst du sie auch statt zu zählen anders zum objekt der meditation machen, indem du sie nämlich ganz genau anschaust, z.b. festzustellen versuchst wo der gedanke ist. wenn ich das versuche ist er auch schon weg! wie der versuch ne seifenblase zu fangen. genauso kann man versuchen herauszufinden welche farbe der gedanke hat oder so (naja, ist jetzt al von mir so ne vermutung ... )

ein anderer blickwinkel ist der, sämtliche gedanken nicht zu verteufeln, sondern gerade diese als ausdruck deiner natur des geistes zu sehen! dein geist produziert nun mal gedanken. der versuch nicht zu denken macht dich zu einem zombie! nicht denken ist nicht das ziel von meditation.
dazu gibt es gute vergleiche, die die natürlichkeit von gedanken veranschaulichen:
wenn der geist wie die sonne ist, dann sind die gedanken wie die sonnenstrahlen.
wenn der geist wie das meer ist, dann sind die gedanken wie die wellen.
beides lässt sich einfach nicht aufhalten, da kannste dich aufn kopp stellen! ;-)

worums wirklich geht ist, den gedanken nicht zu folgen. schwer genug. und da helfen die oben genannten methoden mir zumindest ganz gut.
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Re: ärger und frustration

Beitragvon SxEric » Dienstag 27. Oktober 2009, 09:59

hey,

gestern wurde das thema wieder aktuell bei mir.. ich saß und war auch ziemlich entspannt und wach dabei.. nach ner zeit bemerkte ich, wie wieder mal frust in mir aufkam.. ich hab dann versucht mich darauf einzulassen, alles zu zulassen und geschaut was für bilder und gedanken analog dazu in mir ablaufen
und musste feststellen, dass viel ärger und frustration aus meiner kindheit geblieben ist.. immer dann wenn ich als kind wütend wurde, wurde mir eingeredet, dass das falsch ist und man dadurch ein schlechter mensch ist.. also hab ich dieses frust immer wieder geschluckt und geschluckt mit dem erfolg, dass sich die frustration heute auf dinge richtet, für die es eigentlich keinen grund gibt und die eigentlichen problem dadurch ungelöst bleiben..

hat jemand vielleicht änliche erfahrungen gemacht und konnte dieses problem für sich lösen?

ich merke auch, wie mir dieser innere ärger die energie raubt, es ist an manchen tagen ein ständiger kampf mit mir selbst.. es fällt mir schwer diese frustration einfach zu zu lassen..
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Re: ärger und frustration

Beitragvon nescio » Donnerstag 5. November 2009, 14:35

hi sxeric,

was den umgang mit emotionen betrifft gibt's 1 guten trick, der bei mir immer prima funktioniert: versuch die geschichte hinter der emotion beiseite zu lassen + konzentriere dich ausschließlich auf die wahrnehmung der jeweiligen emotion, also die empfindung z.b. der wut. in dem moment, in dem ich das gefühl 'wut' betrachte, löst es sich auch schon auf + übrig bleibt einfach nur die betreffende situation, ganz sachlich + wertfrei.
kürzlich konnte ich feststellen, dass das auch bei 1 schmerzhaften wunde klappt: sobald ich die ablehnung/den widerstand gegen diese empfindung aufgab, fühlte sich der schmerz irgendwie nicht mehr so richtig schmerzhaft + unangenehm an, eher interessant. war 1 tolle erfahrung!

gruß, nescio
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Re: ärger und frustration

Beitragvon SxEric » Dienstag 17. November 2009, 11:59

hey.. ich hab deinen tipp berücksichtigt.. und versucht die emotionen nicht als etwas negatives, nervendes zu sehen.. sondern einfach zu beobachten.. das klappt auch eine ganze weile, solange ich die konzentration halten kann..
aber zumindest bin ich schon etwas dahinter gestiegen.. woher diese emotionen kommen..
manchmal ist auch einfach nur eine art unruhe.. aber das kennt wohl jeder..
widerstand gegen diese empfindung aufgab, fühlte sich der schmerz irgendwie nicht mehr so richtig schmerzhaft + unangenehm an, eher interessant. war 1 tolle erfahrung!


ja stimmt.. das ist ja auch mit schmerzen an sich so.. ich hab teilweise starke schmerzen in den schultern und im fußspann bei längerem zazen.. hab aber die erfahrung gemacht, dass man die schmerzen nicht mehr als leidvoll, sondern teil des lebens wahr nimmt, wenn man sie einfach akzeptiert..
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Re: ärger und frustration

Beitragvon nescio » Dienstag 17. November 2009, 15:51

hi sxeric,

m.e. ist es aber wichtig zu beachten: schmerzen sind alarmglocken des systems! du solltest dir auf keinen fall schmerzen zufügen durch 1 ungewohnte sitzhaltung. mein zen-freund z.b. musste nach jahrelangem zazen im lotussitz sein geliebtes lauftraining kürzl. endgültig einstellen, weil es seine kniegelenke nicht mehr zuließen!!!

gruß, nescio
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