Hallo Norbert..

welcome on board
ein änliches problem beschäftigt mich zurzeit auch..
ich glaube schon das die gemeinschaft wichtig ist.. vorallem für die selbstdisziplin beim zazen. vorallem ein authendischer meister kann sehr wichtig sein. andererseits muss man auch hier wieder darauf achten nicht irgendwelche anhaftungen und abhängigkeitsstrukturen an eine gruppe oder einen meister zu verfallen. am ende ist eine gruppe ja nur eine stütze, den weg musst du ganz allein gehen.
ich selbst habe vor kurzem erst wieder die erfahrung gemacht, wie schnell man da in etwas hineinrutschen und sich verlieren kann. ich hatte mich in einem bekannten rinzai tempel für einen kurzen klosteraufenthalt angemeldet. aber schnell gemerkt das ich mich überfordert fühle und das gefühl hatte den boden unter den füßen zu verlieren. auf mein gefühl und meinen gesunden menschenverstand hörend, habe ich den aufenthalt früher als geplant abgebrochen.. . und genau hier ist der punkt an dem man einen klaren schlussstrisch ziehen sollte.. und sich folgende fragen stellen sollte; ist die art wie zen durch gelehrt hat die richtige für mich? fühle ich mich wohl und angenommen? geht der meister auf meine probleme ein oder versucht er mir etwas aufzudrücken? begebe ich mich in abhängigkeit oder habe ich hier das gefühl wirkliche befreiung zu erlangen? usw.. usf..
gerade am anfang sollte man sich (meiner meinung nach) seinen gesunden menschenverstand und sein ego noch erhalten und seinen meister, die gruppe, die linie und die lehre immer wieder prüfen.. denn in dem zustand in dem man sein "ich" wirklich los lässt.. nimmt man alles, was einem der meister sagt, auf ohne einen natürlichen schutzfilter, ohne moralische wertung.. gerade in einem subkulturellen hintergrund wie punk.. sollte man herrschaftsstrukturen immer wieder hinterfragen und aufdecken.. nur weil dinge jahrunderte lang in japan funktioniert haben und es menschen dort leicht viel sich einer sache unter zu ordnen, heißt das nicht das es hier im westen auch so funktioniert..
und gerade die großen zenmeister wie: ikkyu, ryokan, tosoi, dogen.. haben sich von ihren alten strukturen getrennt und sind den weg der befreiung allein gegangen..
vorallem sollte man nicht den fehler machen und einem meister vertrauen "nur" weil er das dharma übertragen bekommen hat und behauptet das seine lehre authentisch wäre..
diese seite kann ich da zum thema nur empfehlen:
http://www.zen.fuer-uns.demein fazit also:
sitz lieber allein.. nimm das ganze locker (am besten mit viel humor) aber lass dich nicht gehen.. und such dir entspannt den richtigen meister und die richtige gruppe.. man kann mit dem meister auch (dank email, telefon, etc.) über lange strecken kontakt halten und nur ein paar mal im jahr zu ihm kommen.. ein guter meister würde das anerkennen und nichts fordern, was für dich nicht möglich ist..
Zuletzt geändert von SxEric am Samstag 26. Dezember 2009, 23:26, insgesamt 1-mal geändert.